Digitale Kluft / digital divide

Unter dem Schlagwort „digital divide“ oder „digitale Kluft“ fand in den zurückliegenden Jahren eine umfangreiche öffentliche Auseinandersetzung um den Einfluss der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen und somit auf die Gewährleistung von Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit in der Informationsgesellschaft statt. Ausgangspunkt der Diskussion ist die empirisch beobachtbare Tatsache, dass diese Technologien, und dabei insbesondere das Internet, sich zwar mit grosser Geschwindigkeit ausbreiten, diese Ausbreitung allerdings sozial sehr heterogen erfolgt. Die sich daraus ergebenden Differenzen im Technologiezugang verschiedener sozialer Gruppen werden als Zugangsklüfte bezeichnet.
Problematisch an diesen Zugangsklüften ist, dass vor allem solche sozialen Gruppen von den Anwendungsmöglichkeiten von Computer und Internet ausgeschlossen (unterrepräsentiert) bleiben, die ohnehin schon zu den unterprivilegierten Schichten der Gesellschaft gehören. Aus der Deutung dieser Zugangsungleichheiten als Vorboten einer neuen Zweiklassengesellschaft, mit einer technologie-versierten Informationselite auf der einen Seite und einer technologie-abstinenten Informationsparia auf der anderen Seite, ergibt sich ein Bedrohungsszenario, dem mit zahlreichen Fördermassnahmen begegnet wird. Generelles Ziel dieser Massnahmen ist die Gewährleistung eines Internetzugangs für alle Bürgerinnen und Bürger.