Studie zum Suchdienstmarkt

Die diversen Suchdienste im Netz stehen in der Regel nicht für sich alleine da, sondern es existieren viele Kooperationen und Allianzen. Die Kooperationen sind dynamisch, das heisst, dass im Suchdienstmarkt immer wieder neue Allianzen geschmiedet werden und Kooperationen wieder aufgelöst werden. In diesem Umfeld ist es relativ schwierig, den Überblick zu erhalten.

Dieses Kapitel zeigt den Stand der Suchdienstmarkt-Verhältnisse in Deutschland in den Jahren 2007/2008 als Beispiel für die Situation in Europa. Der deutsche Suchdienstmarkt setzt sich aus wenigen "Global Players" wie Google, Yahoo!, MSN und vielen kleineren Anbietern zusammen. [1] Die enorme Anzahl an Verflechtungen zwischen den Suchunternehmen und die große technische Dynamik erschwert eine korrekte Berechnung der Marktanteile. Klar ist, dass Google den deutschen Markt dominiert und praktisch eine Monopolstellung einnimmt. Die Firma Webhits [2] kommt im Dezember 2008 zu folgender Nutzungsverteilung in Deutschland [3]: Google (90,3 Prozent), Yahoo! (2,9 Prozent), T-Online (2,1 Prozent), MSN Live Search (1,9 Prozent) AOL Suche (0,7 Prozent) und andere auf 2,1 Prozent.

Abb. 1: Suchdienstmarkt [1]
Abb. 2: Marktentwicklung [1]

Aktuellste Berechnungen vom 20.12.2008 für Deutschland liefern folgende Prozentanteile:

 

Abb. 3: Martkanteile in Deutschland am 20.12.2008 [2]

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Innerhalb der letzten Jahre waren insbesondere folgende Entwicklungen für den Suchdienstmarkt wesentlich:[1]

  • Yahoo! versucht seine Marktposition durch den Aufkauf von Inktomi, Overture, Altavista und Alltheweb auszubauen. Durch die Übernahme der Such-Technologie von Inkomti verfügt Yahoo! nun über einen eigenen Index und wird nicht mehr von Google mit Suchergebnissen beliefert.
  • Microsoft macht sich vom Suchergebniszulieferer Yahoo! unabhängiger und startet mit Live Search im September 2006 eine technisch eigenständige Suchmaschine.
  • AOL erhält nun neben den natürlichen Suchergebnissen auch bezahlte Suchergebnisse von Google.
  • Ask Jeeves nennt sich Ask und verfügt nun ebenfalls über einen selbst generierten Suchindex.

Dass der Wettbewerb härter wird, ist einerseits an den zahlreichen Firmenübernahmen abzulesen, andererseits aber auch an der Fülle neu eingeführter Zusatzdienste, die den Nutzern meist kostenlos angeboten werden. So konkurrieren die Suchdienste mittlerweile nicht mehr nur durch immer besser werdende Suchalgorithmen, sondern auch durch eine Vielzahl neuer Funktionen und Dienste, um Besucherzahlen zu halten bzw. auszubauen.

 

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Die nachstehende Abbildung soll zeigen, wie eng die Suchdienste untereinander verflochten sind:

 

Abb. 4: Beziehungsgeflecht im Suchdienstmarkt [1]

Die Situation in den USA sieht ein wenig anders aus, Google ist aber auch hier klar der Marktführer, mit ca. 60% liegt der Marktanteil aber deutlich unter demjenigen in Deutschland:

 

Abb. 5: Suchdienstmarkt in den USA [3]
Abb. 6: Entwicklung der Suchmaschinen-Marktanteile in den USA von Juni 2007 bis März 2008 [3]

Entwicklung der Marktanteile 2012

Im Jahr 2012 war Google in Deutschland noch immer der am häufigsten genutzte Suchdienst. 93,54% der Suchanfragen erfolgten über Google. Bing und Yahoo waren mit lediglich 2.4% und 1.38% der Anfragen die nach Google am meisten genutzten Suchmaschinen.

Weltweit nimmt Google als Suchmaschine noch immer die herausragende Stellung ein. Aber nicht in allen Ländern verfügt sie über den grössten Marktanteil. In China hat die Suchmaschine Baidu den höchsten Marktanteil, in Russland steht Yandex an der Spitze. [4]