E-Mail / Mailinglisten

Die E-Mail Adresse ist fester Bestandteil von Briefköpfen und Visitenkarten geworden. Wer eine E-Mail Adresse besitzt, ist nicht nur von jedem Computer der Welt aus erreichbar, sondern er selbst kann auch von jedem Computer der Welt aus auf seinen Briefkasten zugreifen. Für die Nutzung von E-Mail benötigt man ein lokales Mailprogramm, welches in der Fachwelt als Message User Agent (MUA) bezeichnet wird, sowie mindestens einen Mailserver zum Transport der E-Mail vom Sender zum Empfänger. Ein solcher Mailserver wird als Mail Transfer Agent (MTA) bezeichnet. Solche Server sind in mehrere Komponenten unterteilbar, wobei eine Komponente der Weiterleitung der E-Mail über das Internet dient und eine Komponente für die Zustellung der E-Mail an die entsprechende E-Mail Adresse des oder der Empfänger zuständig ist. Die letztere Komponente wird auch als Mail Delivery Agent (MDA) bezeichnet. Welcher Mail Transfer Agent für bestimmte E-Mails zuständig ist, wird aufgrund des Domain-Adressbestandteils der den Mails zugeordnet ist, geregelt. 

Das Kommunikationsprotokoll für den Austausch von E-Mails über das Internet ist das Simple Mail Transfer Protocol (SMTP). Ein MTA kann Mails damit sowohl empfangen als auch selbst weitersenden. Der zurückgelegte Weg einer E-Mail kann anhand der im Header unter der Kennung received: protokollierten Einträge der einzelnen Server nachvollzogen werden.
Ein weiteres Protokoll für den Nachrichtenaustausch durch E-Mail ist das Post Office Protocol (POP). Es gestattet das Abrufen, der auf einem zentralen Mailserver in den jeweiligen Email-Accounts eingeordneten Nachrichten durch den lokalen Message User Agent. Um dabei einem Missbrauch vorzubeugen, ist für das Herunterladen von E-Mails auf den eigenen Rechner eine Authentifizierung mittels Nutzerkennung und Passwort notwendig.

Interactive Mail Access Protocol (IMAP) dient dem gleichen Zweck, ermöglicht darüber hinaus aber eine Bearbeitung und Verwaltung der Emails auf dem Server. So müssen diese z.B. nicht erst heruntergeladen werden, wenn sie irrelevant sind und gelöscht werden sollen. Um über Email kommunizieren zu können, muss natürlich die E-Mail Adresse des Kommunikationspartners bekannt sein. Ist dies nicht der Fall, so ist das Herausfinden der richtigen Email-Adresse nicht gerade einfach. Im Gegensatz zu den anderen Diensten ist ein automatisches Abrufen von Email-Adressen im Internet nur eingeschränkt bzw. gar nicht möglich. Unbekannte Email-Adressen können im World Wide Web nur dann gesucht werden, wenn sie vom Besitzer entweder bei einem Suchdienst für E-Mail Adressen angemeldet wurden oder die E-Mail Adresse auf einer Homepage angegeben wird. Dort kann sie durch eine Suchmaschine des World Wide Web erfasst werden.
Beispiele für spezielle Email- und Personensuchdienste sind:

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Neben der reinen Anwendung als Kommunikationsmittel bietet E-Mail noch weitere Möglichkeiten. Ein Beispiel dafür ist die automatische Weiterleitung von E-Mails, der so genannte Autoresponse-Mechanismus, der z.B. bei Abwesenheit oder für die Definition von Mail-Aliasnamen genutzt werden kann. Eine automatische Weiterleitung aller E-Mails an eine oder mehrere weitere Adressen lässt sich meist in Zusammenhang mit dem Mailserver (POP-Server) des für die betreffende Adresse zuständigen Mailsystems erreichen. Nützlich ist eine solche Einrichtung z.B. wenn man über mehrere Email-Adressen verfügt, die Mailbox jedoch nur von einer Stelle aus verwalten möchte.

Eine automatisierte Beantwortung von E-Mails, die vor allem für längere Abwesenheit und ähnliche Situationen gedacht ist, kann auf ähnliche Weise eingerichtet werden. Aliasnamen für E-Mail ermöglichen nicht nur eine kürzere und im Gegensatz zum Namen des physischen Account als Mailadresse besser merkbare Bezeichnung, sie gestatten auch die Einrichtung von Mailverteiler-Listen. Unter einer Alias-Mailadresse kann eine Anzahl anderer, persönlich zuordenbarer Mailadressen erreichbar gemacht werden. Aliasnamen werden meist vom Systemadministrator des Mailservers mittels spezieller Dateien eingerichtet. Damit können einer „realen“ Adresse mehrere Alias-Adressen und umgekehrt mehreren Alias-Adressen dieselbe „reale“ Emailadresse zugeordnet werden. Im Übrigen sind auch die meisten von Internet-Providern usw. vergebenen Email-Adressen nur Aliase für den eigentlichen, physischen Namen des Mail-Accounts, der oft nur aus Ziffern bzw. Ziffern-Buchstabenkombinationen besteht (z.B. pop12345(at)htwchur.ch).

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Ein weiterer Vorteil von E-Mail ist die Möglichkeit formatierte Textdateien, Grafiken, Fotos, Videoclips und Sounddateien per „File-Attach“ versenden zu können. Dabei werden diese Dateien einer E-Mail als Anhang hinzugefügt.
Die ursprüngliche Herausforderung bestand darin, dass E-Mails nur mit dem ISO-7-Bit Code (ASCII Zeichen von 0 bis 127) verschlüsselt wurden und damit eine Übertragung von binären Inhalten, wie Graphiken und Multimediadateien, zunächst nicht möglich war. Aus diesem Grund wurde eine Abbildung der für Binärdaten notwendigen 8-bit Kodierung auf die 7-Bit Kodierung der E-Mails erforderlich. Der dafür genutzte Standrad heisst MIME (Multipurpose Internet Mail Extensions) und ermöglicht den Einbezug von Binärdaten in den Body der E-Mail, indem zusätzliche Konfigurationsfelder eingefügt werden. Diese Binärdaten geben unter anderem Auskunft über den Typ der nachfolgenden Daten. Dadurch wird der Body der eigentlichen Email in mehrere Teile segmentiert. Es existieren sowohl eine Anzahl standardisierter MIME Content Types, wie text/plain (ASCII-Text), text/html (HTML-Text), application/zip (mit dem ZIP-Packer komprimierte Dateien), image/jpeg (JPEG-Graphik) und multipart/mixed (aus mehreren unabhängigen Datentypen zusammengesetzter Bodypart), als auch Möglichkeiten, individuelle Datentypen, gekennzeichnet mit einer mit „X-“ beginnenden Attributbezeichnung, zu definieren.

Zur Umwandlung von 8-Bit nach 7-Bit werden dann häufig die Verfahren Quoted-Printable und Base64 genutzt, letzteres insbesondere bei der Verschlüsselung von Attachments. Bei Quoted-Printable werden Zeichen, die nicht 7-Bit kodierbar sind, durch einen aus einem Gleichheitszeichen und ihrem hexadezimalen ASCII-Code gebildeten Wert ersetzt. So können auch diese Zeichen auf dem 7-Bit-Übertragungsweg transportiert werden. Base64 verwendet 65 druckbare ASCII-Zeichen des ISO 7-Bit-Codes, die auch über 7-Bit-Verbindungen sicher übermittelt werden können. Mit diesen 65 Zeichen werden dann alle Bytes des Originals nach einem festen Verschlüsselungsverfahren kodiert.

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Der Einsatz von E-Mail als Kommunikationsmedium zum schnellen und komfortablen Nachrichtenaustausch birgt jedoch Gefahren. Unannehmlichkeiten gehen aus von

  • Spam (ungebetene Massenaussendung von inhaltsgleichen Nachrichten)
  • und der Übertragung von Viren oder
  • Worms (Programmcode, der den Nutzer schädigen kann).

Email-Spamming kommt meist durch das ungesetzliche Sammeln von E-Mail Adressen und deren Nutzung für die massenhafte Versendung von Mails (z.B. zu Werbezwecken) durch unseriöse Firmen oder Privatpersonen zustande. Die Möglichkeiten zur Abwehr von Spam sind nicht trivial. Die Absenderadressen der Spam-Mails sind meist falsch oder werden dahingehend genutzt, etwaigen Kontaktversuchen durch Erhöhen der Nutzungsintensität für die Adresse des beschwerdewilligen Nutzers zu begegnen. Eine technische Möglichkeit der Abwehr kann im Sperren der Envelope-From-Adressen oder der Domainnamen der Absender-Adresse bestehen. Eine solche Sperrung kann auf Ebene des MTA oder des MUA stattfinden, hat aber den Nachteil, dass unter Umständen auch erwünschte E-Mails blockiert werden.
Ferner existieren Erweiterungen für MTA unter anderem als Proxy-Server, die weitergehende Mechanismen zur Abwehr von Spam implementieren.

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Im Gegensatz zu Spam-Mails, die überwiegend nur lästig sind, können Viren oder Worms und andere Formen von Schadprogrammen auch eine ernsthafte Bedrohung für die Funktionsweise des lokalen Rechners des Empfängers darstellen. Diese Programme werden in Form von Mail-Attachments mit Programmcode übertragen und durch Öffnen dieses Attachments aktiviert. Sie nutzen die Adressdateien, die vom lokalen MUA verwaltet werden, um sich wiederum über weitere Emails an die dort vorgefundenen Adressen zu vervielfältigen. Deshalb sollte man allgemein im Umgang mit E-Mails mit Anhang vorsichtig sein, besonders dann, wenn diese von unbekannten Absendern stammen oder einen unklaren Inhalt aufweisen. Vor dem Öffnen von Dateianhängen sollten diese immer mit einem aktuellen Virenscanner überprüft werden. Emails mit unbekanntem Absender oder ohne eindeutigen Betreff sollten ohne vorheriges Öffnen der Anhänge sofort gelöscht werden.


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