Instrumentarium

Soll Open Access sich in der Wissenschaftskommunikation durchsetzen, darf diese Form der Publikation für die Forschenden in Bezug auf Anerkennung keinen Nachteil gegenüber der herkömmlichen Publikationsweise bedeuten. Mit der Open-Access-Bewegung ist auch eine Reihe von Hilfsmitteln entstanden, die das Publizieren zu Open-Access-Bedingungen unterstützen und den Zugang zu Open-Access-Publikationen erleichtern:

  • DOAJ: Das Directory of Open Access Journals verzeichnet bereits über 5‘000 frei zugängliche Zeitschriften, welche die Anforderungen der Budapest Open Access Initiative erfüllen und über einen Review-Prozess oder einen Herausgeber verfügen. Zu den weltweit bekanntesten zählen die Titel des Open-Access-Verlags BioMed Central (BMC) und der Public Library of Science (PLoS).
  • ROAR: Die Registry of Open Access Repositories verzeichnet OA-Server weltweit. ROAR unterscheidet sich vom unten beschriebenen OpenDOAR durch den Fokus auf quantitative und statistische Daten zur Entwicklung der Server und ihrer Inhalte.
  • OpenDOAR: Das Directory of Open Access Repositories listet Open-Access-Server weltweit, die freien Zugang zu ihren Dokumenten gewährleisten, und achtet dabei vor allem auf qualitative Aspekte und die Entwicklung von Standards. OpenDOAR wird von SHERPA betrieben, das für die Open-Access-Community auch die folgenden zwei Dienste betreibt.
  • SHERPA/RoMEO: RoMEO registriert die Publikationsrichtlinien der verschiedenen Zeitschriften und Verlage und ermöglicht es Autoren, sich über die Regelungen bezüglich Urheberrecht und Archivierung kundig zu machen.
  • SHERPA/JULIET: Das Pendant JULIET listet die Publikationsbedingungen, welche die Forschungsförderungsorganisationen an die Vergabe von Beiträgen knüpfen.

Die Liste der Förderorganisationen, die Open Access in der einen oder anderen Form einfordern, wächst und verlangt unter anderem, dass Autorinnen und Autoren sich mit ihren Urheberrechten auseinandersetzen. Der grüne Weg erfordert, dass sie dem Verleger nicht die ausschliesslichen Nutzungsrechte an ihren Publikationen überlassen, sondern das Recht zur Veröffentlichung in elektronischen Archiven zurückbehalten, sofern dies der Verleger nicht bereits vorsieht.

Bei der Wahl des goldenen Wegs kommen Open-Access-Lizenzen zum Einsatz, welche die Nutzung einer digitalen Publikation im Sinne der Budapest Open Access Initiative gewährleisten: „Die offizielle publizierte Version des Artikels kann jedermann überall frei verbreiten, gedruckt oder online, solange Autor und Originalquelle korrekt zitiert werden. Das umfasst auch das Einstellen auf Webseiten und Fotokopien“ [5]. Eine sehr gute Möglichkeit bietet hier die Verwendung von CreativeCommons-Lizenzen. Die Lizenzen von CreativeCommons erlauben eine differenzierte Abstufung von der praktisch vollständigen Freigabe eines Werkes bis zum Vorbehalt praktisch aller Rechte.

Eine weitere wichtige Komponente für die Verbreitung von Open-Access-Inhalten ist das Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH) der Open Archives Initiative. Der Standard zum „Ernten“ von strukturierten Metadaten unterstützt die Interoperabilität von Webinhalten und erlaubt es Suchmaschinen, die Inhalte von Dokumentenservern zu erschliessen.

 

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